Hässliches Stadttor für Loschwitz

„Die Zeit fährt Auto?“ (Erich Kästner)

„Stadttor“ für Loschwitz Foto: Jürgen Frohse

„Stadttor“ für Loschwitz
Foto: Jürgen Frohse

Loschwitz hat ein Stadttor bekommen. An der Brückenrampe zieht es die Blicke auf sich und versperrt mit seinen Verkehrsschildern dem, der von Blasewitz aus „einfährt“, ein bisschen die Sicht aufs Denkmalschutzgebiet am Hang. Am Ende des Schillerjahres ist man versucht, im Rhythmus der „Glocke“ hochgestimmt zu deklamieren:

Fest verankert
in der Böschung
steht das Tor
von Menschenhand,
und wir lesen, welche Richtung
dem Touristen wird genannt:
Pillnitz gradeaus,
Weißig links – nach Haus?
Schilderwald,
wir wolln dich loben –
Richtungshilfe
kommt von oben…

Offenbar war das Straßen- und Tiefbauamt nach der opulenten Sanierung der Brückenrampe ebenfalls in Hochstimmung und veranschlagte rund 50.000 Euro, um die Einfahrt in den Ortsamtsbereich Loschwitz DIN-gerecht und hochwassersicher zu beschildern. Der stählerne Wegweiser ist auch während einer Sintflut (Jahrtausendhochwasser) noch gut zu erkennen. Der Bundesverkehrsminister wird sich freuen, dass am Stahlträger auch noch Platz für eine satellitengestützte Maut-Kamera vorhanden ist. Damit könnte bei künftigen Elbhangfesten sogar das Eintrittsgeld spielend und bargeldlos eingetrieben werden.

Vielleicht ist die Stahlkonstruktion auch ein Test für die ­Beschilderung der vierspurigen Wald­schlöß­chen-Brücke; die Rote Liste lässt grüßen. Hoffentlich wird dem Denkmalschutzgebiet Loschwitz angesichts des monströsen „Stadt­tores“ nicht der Denk­­­mal-Charakter ­aberkannt. Vielleicht sollte der Kulturbürgermeister kommen,  damit er ressortübergreifend dem Straßen- und Tiefbauamt die Leviten liest. Das hat ja schon mal geholfen, als die stillosen Fuß- und Radwegschilder rund um die Frauenkirche ganz schnell wieder abgebaut wurden.

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Veröffentlicht unter Artikel aus der Print-Ausgabe, Der Elbhang-Kurier, Sanierung Blasewitz
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