Verkehrsberuhigung für Loschwitz – gescheitert?

Eine laue Spätsommernacht in Loschwitz mitten im September: Die Gaststätten sind gut besucht und die Autos stehen auf dem neuen Dorfplatz und in allen Seitenstraßen (auch auf der ehemaligen Rollerbahn) bis zur Elbe. Der Verkehr „brummt” bis spät in die Nacht…

Plakat von 1992 Foto: Archiv

Plakat von 1992
Foto: Archiv

Nichts brachten die Umbauten (z. B. erhöhter Bord), die mit der Neugestaltung des Platzes einhergingen und keine der ordnungspolizeilichen Maßnahmen griff. Fast täglich kontrollierte die Polizei den ruhenden Verkehr, doch nachts ohne Wirkung. Ein Ziel der Sanierungssatzung für Loschwitz, dass „Straßenverkehr nicht zur Beeinträchtigung der Lebensbedingungen führen darf”, ist nicht nur am Körnerplatz, sondern auch im alten Dorfkern gescheitert. Und weitere Gaststätten im Alten Fährgut und im „Elbe-Hotel” stehen vor der Eröffnung. Die Situation, so keine Lösung bis zum nächsten Sommer gefunden werden kann, wird explosiv.

Gründe für die katastrophale Verkehrssituation sind auch in der Uneinigkeit der Anlieger zu finden. Auf konsequente verkehrsberuhigende Maßnahmen konnte man sich zu keiner Zeit einigen. Jetzt, nach dem nicht das Kind in den Brunnen gefallen, aber der Biertrinker an den Zapfhahn gefahren ist, reagierten Anwohner, Geschäfts- und Wirtsleute mit einer Umfrage, wie die Situation verbessert werden kann. Bisher einer verkehrsberuhigten Zone ablehnend Gegenüberstehende würden demnach jetzt ein „stark eingeschränktes Durchfahrtsverbot” akzeptieren. Auch eine „Bepollerung” oberhalb des Dorfplatzes können sich jetzt 15 der 19 Befragten vorstellen. Als Lösung sieht die Umfrage einen neuen Zufahrtsweg zum Parkplatz an der Elbe vor. Gedacht wird hierbei an die Durchfahrt zwischen dem Parkplatz hinter der Feuerwache zum alten Loschwitzer Anlandungsplatz an der Elbe.

Anwohner greifen wieder zur Selbsthilfe. Foto: Jürgen Frohse

Anwohner greifen wieder zur Selbsthilfe.
Foto: Jürgen Frohse

Während der Bauarbeiten am Dorfplatz wurde diese Variante geduldet und stieß auf Zustimmung. Genial ist sie nicht, wird doch gefährlich der Radweg gekreuzt und eine umweltrechtliche Genehmigung kaum erteilt werden können. Bald wird es jedoch zu einer übergreifenden Ämterrunde kommen, um Lösungen zu suchen. Ein weiterer Parkplatz an der Fidelio-F.-Finke-Straße auf einem städtischen Grundstück wäre eine weitere Möglichkeit, doch wäre dieser wohl sehr weit von den Gaststätten entfernt.

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