„Elbe-Hotel“ vor Verkauf

Vor 14 Monaten trug Sturm Kyrill Teile des gerade im Bau befindlichen Daches des „Elbe-Hotels“ fort. Die offene Wunde klafft seither weithin sichtbar und zeigt, dass im Bau der Wurm tief stecken muss.

Geschädigte des Thomas Diller im Gespräch mit Peter Ufer von der Sächsischen Zeitung Foto: Jürgen Frohse

Geschädigte des Thomas Diller im Gespräch mit Peter Ufer von der Sächsischen Zeitung
Foto: Jürgen Frohse

Auftragnehmer und zukünftige Mieter sind mit dem Bauherrn des „Elbe-Hotels“ und des Alten Fährgutes, Herrn Thomas Diller (siehe EHK 7/2005), verstritten. In einem außergewöhnlichen Pressegespräch berichteten im Februar Architekt, Unternehmer, Handwerker und mietende Gastwirte von unvorstellbaren Wirtschaftsbeziehungen zum Bauherrn. Neben bereits klagenden Handwerksfirmen bereitet nun auch die mietvertraglich gebundene Firma WOK als Betreiber des „Elbegartens“ und des zukünftigen Restaurants die Klage vor. Der Bauherr beauftragte derweil Makler mit dem Verkauf des Hauses. Wie konnte es so weit kommen, dass sich ein Bauherr nur noch Feinde schafft und die Betroffenen gemeinschaftlich vor die Presse treten müssen?

Die Firma Pilz wird 2004 Generalbauunternehmer für das „Alte Fährgut“ und der Bauherr besteht auf einem Festpreis für das Objekt. Läuft am Anfang alles reibungslos und wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, so häufen sich bald Schwierigkeiten. Der Bauherr ändert sprunghaft Wünsche und Ablaufpläne. Zusätzliche Leistungen werden gefordert, während die Zahlungen unter Vorwänden verspätet erfolgen oder ganz ausbleiben. Die Firma muss Geld vorstrecken, um Subunternehmer zu bezahlen und gerät in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Sie erreicht die Bauabnahme für das Haus und bleibt dennoch auf Außenständen von 260.000 Euro sitzen, was der Firma das Genick bricht. Um geringere Summen, für kleine Betriebe dennoch nicht unerheblich, streiten sich weitere Handwerksfirmen. Während der Besitzer so Geld spart, erhöht er den Druck auf die Mieter. Immer neue Forderungen bedrohen das Geschäft der italienischen Gastwirte des „Il Camino“.

Mit dieser Konstruktion, die auch immer Fördermittel einplant, versuchte der Bauherr auch das „Elbe-Hotel“ zu errichten. Bei der Größe des Objektes musste er jedoch Zugeständnisse an den Architekten machen und einen Vertrag mit den zukünftigen Mietern eingehen. Es fand sich kein Generalbauunternehmer, der das Objekt für 2 Millionen Euro, inklusive einer Turmwohnung für Herrn Diller, bauen wollte, obwohl 4,8 vom Architekten veranschlagt waren. Der Rohbau sollte nun „scheibchenweise“ erfolgen. Doch schon bei der Entrümpelungsfirma biss er auf Granit, die ihre Außenstände gerichtlich eintreiben konnte. Nach Sturm und Dachschaden, Rückzahlungsforderungen für unberechtigte Flutmittel und klagende Firmen brach die Konstruktion buchstäblich zusammen – der Bau ruhte. Der Architekt Uwe Seidel, die Firma W. O. K. und ein weiterer potentieller Betreiber versuchten, die Pläne mit einem Kauf zu retten, was Thomas Diller ablehnte. Jetzt erheben Baufirmen, WOK und Architekt erhebliche Forderungen gegenüber Thomas Diller, die auch bei einem Verkauf des Hauses nicht erlöschen.

Eine Eröffnung des „Elbe-Hotels“ steht derweil in den Sternen – wenn auch Architekt Uwe Seidel und WOK die Hoffnung nicht aufgeben.

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