Loschwitz verabschiedet sich vom Sanierungsstatus

Am 4. Dezember, ab 17 Uhr, finden Ausstellungen und Veranstaltungen rund um den Körnerplatz zum Abschluss des Sanierungsstatus statt.

Blick vom Körnerplatz in die Friedrich-Wieck-Straße um 1910. Foto: James Aurig/Archiv Staddtmuseum Dresden

Blick vom Körnerplatz in die Friedrich-Wieck-Straße um 1910.
Foto: James Aurig/Archiv Staddtmuseum Dresden


Maßgeblich am Zustandekommen des Beschlusses und an vielen Entscheidungen war der ehemalige Ortsamtsleiter Peter Rauch beteiligt. Wir stellten ihm einige Fragen:

EHK: In Ihrer Zeit als Ortsamtsleiter begleiteten Sie viele große und kleine Vorhaben in Loschwitz, Welchen Stellenwert hat, auch mit dem Abstand der Jahre seit Ihrem Ausscheiden, das Sanierungsgebiet Loschwitz?

Peter Rauch: Das Einfügen von Loschwitz in den Stadtratsbeschluss „Sanierungsgebiete“ 1992 betrachte ich rückblickend als meine kommunalpolitische Erstgeburt. Der entscheidende Geburtshelfer war damals Stadtrat Pfarrer Christoph Flämig! Von der Zuhörertribüne hörte ich die Verlesung der einzelnen Stadtgebiete – Loschwitz fehlte. Und so nutzte ich die Sitzungspause, um mit ihm einen Änderungsantrag zu besprechen… „carpe diem“ hatte mein Vater mir anerzogen.

Zwei Personen waren über die Jahre für das Sanierungsgebiet verantwortlich, der Sanierungsbeauftragte Bernfried Peterle und der Architekt Rainer Ehlich. Welche Erfahrungen machten Sie mit dem Duo?

Unterschiedlicher können zwei Männer bei gemeinsamer Arbeit kaum sein – Peterle, der Zupacker, der „Machen-wir-Mensch“ ohne Elbhangduft, und Ehlich, der Ästhetiker, der Architekt mit Wachwitzwurzeln, immer abwägend. In fast alle Entscheidungen bezogen sie mich beratend ein, ein Novum innerhalb des hierarchischen „Stadtverwaltungsfachabteilungsdenkens“!

Blick vom Körnerplatz in die Friedrich-Wieck-Straße 2006 Foto: J. Frohse

Blick vom Körnerplatz in die Friedrich-Wieck-Straße 2006
Foto: J. Frohse

Sicher gibt es bei der Vielzahl der Entscheidungen und Absprachen auch Anekdoten zu erzählen. Könnten Sie für uns ein paar aus dem Nähkästchen ziehen?

Bernfried Peterle, immer etwas schlitzohrig lächelnd, überraschte mich oft mit vorausschauendem Handeln, wenn es um Mittelbeschaffung und Blitzreaktionen ging und krönte seine Arbeit mit der Fristverlängerung des Sanierungsgebietes bzw. mit dem geplanten Abschluss der Rekonstruktion Körnerplatz 6. Rainer Ehlich wurde, was die Farbgebung betraf, auch unterstützt durch seine mitarbeitende Ehefrau. Dank beider Hartnäckigkeit ziert heute viel Grün die Außenfassade des angeblich hässlichen Ortsamtsgebäudes. Der einzige Wehrmutstropfen für mich ist: Die Treppe zwischen Grundstraße und Veilchenweg kam nicht zustande, es wäre meine „Rauchstiege“ geworden.

Herzlichen Dank für das Gespräch

Veranstaltungen zum Abschluss des Sanierungsstatus am 4. Dezember 2009

  • Ortsamtsgebäude Loschwitz, 17 Uhr
    Loschwitz im Aufbruch – Sanierung des Stadtteilzentrums 1992 bis 2009 Ausstellung des Stadtplanungsamtes
    Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre, die, z. B. im Ortsamt, kostenlos erhältlich sein wird.
  • Viertelkörner Loschwitzer Details und Porträts
    Fotografien von Jürgen Frohse

Beide Ausstellungen sind bis 24. Januar 2010 zu den Öffnungszeiten des Ortsamtes zu sehen.

  • ab 18.30 Platzgefüster
    Performance und Banquette auf dem Körnerplatz
    Das Gespinst aus Ton und Bild gestalten Sarah Leimcke, Anne Hundeshagen, Claudia Reh, Jan Heinke und Matthias Jackisch.
    Der Abend setzt sich zusammen aus den Performances von Homo insulitis auf dem Platz und an den Balkonen (Leimcke/Hundeshagen), lichtgezeichneten Geschichten von Claudia Reh, Stahlklängen von Jan Heinke und Steingeblasenem von Matthias Jackisch.
  • Galerie am Damm, ab 18.30 Uhr Kunst/Künstler/Körnerplatz
    Künstler vom Elbhang mit Bezug zum Körnerplatz (Andrea Türke, Volker Lenkeit, Holger John, Ulla Anderson u. a.)
  • Begegnung mit Künstlern und Kunst
    Künstler präsentieren ihre Arbeiten in Cafés und Geschäften am Körnerplatz:
    u. a. ARABUSTA: Friederike Domsch, Fotografie; TITANBLAU: Körnerplatzspuren
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Fahrer mit Goliath-Dreirad bei der Auslieferung in der Blasewitzer Hochuferstraße, um 1930. Foto: Dr. Georg Jäkel

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