Buch Dresden 1951 – 2006

Weitere Berichte vom 21. Elbhangfest

Radiophon +++ Viroumania +++ Stilbruch +++ Barbara Dennerlein Duo +++ 34. Elbhanggespräch

Revolution und Babitschka auf dem kleinen Pillnitzer Campus –
Radiophon im Konzert

Als es 20.00 Uhr losgehen sollte, war der Sound Check gerade in der Startphase. Kurz nach halb macht die Band sich dann hübsch. Es geht auf neun als es beginnt, wie bei den ganz Großen der Branche. Robertos Gesang, weniger die Sprüche, versöhnen und eine begeisterte Hand voll eiserner Fans ist sichtlich zufrieden. Von Revolution bis Babitschka aus Praha geht der rockige Ausflug handgemachter Titel. Die Freunde der Dresdner Band sind bis zum letzten Ton in Bewegung und ehrlich dabei. Sie beleben den schönen Platz der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Ein kleiner aber schöner Beitrag zum Hangfest mit ganz feiner Kartoffelsuppe.

Viroumania

Trommelklänge, Paukenschläge, Rasseln, umgeben von einer gewaltigen Menschenmenge: Die Dresdner Percussion Band „Viroumania”. Sie heizte ihren Zuschauern am Sonnabendabend
an der Josef-Hermann-Straße mit schwungvollen Rhythmen aus Samba und Reggae in Verbindung mit Rap, Drum’n’Base und Funk ein. Keinen Fuß ließen sie unbewegt, denn selbst ein Tanzmuffel kam auf seinen Geschmack. Mit einstudierten Choreografien und Humor am richtigen Fleck begeisterten die leidenschaftlichen Musiker, die seit 2001 zusammenarbeiten, jede Altersgruppe.

Stilbruch

Am Vorabend noch seinem eigenen Polterabend gefeiert und schon am Sonntagabend wieder in „alter” Frische auf der Jugendbühne der Pillnitzer HTW: Der Leadsänger Sebastian und seine Bandmitglieder Florian und Friedemann. Sie stimmten ihr zahlreich erschienenes Publikum schon bei ihrem Soundcheck auf ein vielversprechendes Konzert für jedermann ein. Ihr Name ist dabei stets Programm. Mit Akus?tik?rock auf klassischen Instrumenten, d. h. Cello und Violine in Verbindung mit Schlagzeug, führten sie durch ihr Programm, das aktiv durch Songwünsche der Fans und Bandmitglieder gestaltet werden sollte. Dabei konnte jeder Zuschauer seine Leidenschaft für die Musik förmlich in der Musik spüren. So zogen die drei jungen Männer sowohl Fans als auch Neuinteressenten zu einem Klangabenteuer in die Hochschule hinein.

Barbara Dennerlein Duo

Die sonntägliche Abendsonne genießend, warteten zahlreiche Zuschauer auf eine junge, attraktive Frau, die sie mit swingenden Melodien begeistern sollte. Und das Warten hat sich gelohnt: „Orgeln ohne Pfeifen” oder auch „Hammondorgel und Schlagzeug” entfesselten einen „Orgeltornado aus München” und luden zum Verweilen im Weindorf Pillnitz ein. Egal, ob erfahrener Jazzliebhaber, jugendlicher Fan oder „Laufpublikum”. Es war für jeden etwas Fesselndes dabei – sicher hätte auch Orgel-Fan Karl August Lingner gern zugehört. Er hat es immerhin geschafft, dass die „Jazztage Dresden” und das Elbhangfest an diesem Abend zu einem „Gesamtkunstwerk” verschmolzen.

Jessica Hofmann

Gefahren für den Elbhang – 34. Elbhanggespräch

(27.06.11 Bäu) Vom Podium aus wurde ins Publikum der Vorsitzende der Fraktion angesprochen, welche nach dem Verlust des Welterbetitels sich im Dresdner Stadtrat für einen weitergeführten Schutz des Elbhanges eingesetzt hatte (Peter Lames SPD). Noch unter den Regularien der UNESCO wäre es leichter gewesen, etwa einer „Landschaftsveredelung” durch Kiesgruben in Söbrigen entgegen zu treten.
Im Anspielung des diesjährigen Festmottos „Odole Mio” hatte das Entwicklungsforum Dresden schon in nunmehriger Tradition am Vormontag des Elbhangfestes zur Podiumsdiskussion „Mund auf am Elbhang – Bürger reden mit” eingeladen. Zahlreiche ortskennende Besucher, etwa 150, waren ins Ortsamt gekommen. Auf dem Podium sprachen Vertreter der vier maßgeblichen Elbhang-Ortsvereine, als Referentin Frau Heidrun Laudel und die Vertreter der Stadt vom Kultur- und Denkmalamt Manfred Wiemer und für das Ortsamt Blasewitz-Loschwitz Frau Sylvia Günther. In ihren Statements nannte Sie zur Gefahr für Söbringen ‚Roß und Reiter‘, dass nämlich Bürgerschaft und Stadt eins seien, Landschaftseingriffe dort nicht zuzulassen, dass aber der Entscheidungsträger darüber nach Landesgesetz das Berg- und Hüttenamt ist „mit dem wir intensiv sprechen”. Otto-R. Wenzel, schilderte aus den Erfahrungen seines Ortsvereins Loschwitz-Wachwitz, im welchem Maße historische Wegebeziehungen am Hang verloren gehen durch Vernachlässigung, Umwidmung, oder gar unrechte Inanspruchnahme privater Anrainer. Zur aktuellen Lage am gesperrten und demolierten Weg vom Schillerweg herunter zum Körnerweg, oberhalb des Körnergartens, konnte Frau Günther sagen, dass nach einem jüngsten Gerichtsurteil der Anrainer den Weg freizugeben habe. Zur Situation um die ehemalige Weinberggärtnerei musste Christian Decker, IG Weinbergkirche Pillnitz, von der Gefahr sprechen das dieses Geländes vom Freistaat, an Bestbietende verkauft wird, ohne den Ort berücksichtigende Auflagen, dass gar Wohngebäude dort entstehen könnten. Gelungen, also positive Transformationen seien die Bäckerei Wippler mit Feuerwehr, wie überhaupt die Entwicklung der Rebhänge und die Weinbergkirche selbst.
Detlef Streitenberger, Verschönerungsverein Weißer Hirsch/Oberloschwitz wandte sich an die Hangbürger selbst im Sinne praktizierter Demokratie zu beobachten, zu alarmieren, aktiv mitzuwirken „wenn wir wollen, dass der Elbhang bleibt und sich weiterentwickelt, wie er gewachsen ist.”
Heidrun Laudel präsentierte in einem nahezu wissenschaftlich strukturierten Referat, wie der Kulturraum ‚Elbhang‘ aus Überformung einer ursprünglich naturgegeben Landschaft entstanden ist. Mit der Karte ‚Schutzgüter der Kulturlandschaft von 2009‘ gäbe es ein Instrument, das bei den Entscheidungen über bauliche Entwicklung am Hang helfe, was noch geht und was nicht. Sie appellierte „schützen wir diese einmalige Kulturlandschaft mit der geballten Kraft aus Kenntnis des Ortes!” (C.P.Mallwitz@t-online.de)
Schade, dass der offenen Diskussion mit dem Publikum, das vor ‚Hinweisen‘ platzte, aus Zeitgründen zu wenig Raum blieb, was der Anlass wäre diese Veranstaltung, als Workshop vielleicht, fortzusetzen.

www.Entwicklungsform-dresden.de/Elbhanggespräch

Dr. Peter Bäumler

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