Das Weibliche zog uns zum Hang

An erster Stelle soll ein Dank stehen: An das ehrenamtliche Organisationsteam, an alle das Fest unterstützenden Anwohner, Sponsoren, Mitwirkende und an alle zahlenden Besucher.

Ohne sie gäbe es nicht dieses und auch kein nächstes Elbhangfest! Noch bevor Sie einige Impressionen aus dem Festgeschenen nachlesen können, sei ein kurzes Fazit gewagt: Das Festthema fand großen Anklang – als hätten unsere vielen aktiv beteiligten und/oder im Einzugsgebiet wohnenden Damen schon lange danach gedürstet, einmal ganz und gar im Mittelpunkt zu stehen. Die Besucherzahl entsprach trotz der allgegegenwärtigen Fußball-Europameisterschaft in etwa den geplanten Zahlen, so dass der Verein hoffen kann, die Haushaltsvorgaben zu erfüllen.

Holger Friebel

EHF-Vorstandsmitglied Regina Felber moderierte erstmalig den Umzug. Rechts dahinter mit Sonnenbrille eine geheimnisvolle Dame: Wie man munkelt, eine kürzlich aus dem Exil in den Schoß der Familie Berthold zurückgekehrte Verwandte – sichtbar auch Dixi-Fan… Foto: HF

EHF-Vorstandsmitglied Regina Felber moderierte erstmalig den Umzug. Rechts dahinter mit Sonnenbrille eine geheimnisvolle Dame: Wie man munkelt, eine kürzlich aus dem Exil in den Schoß der Familie Berthold zurückgekehrte Verwandte – sichtbar auch Dixi-Fan…
Foto: HF

Von der OB beobachtet: Größte „Strohhutdichte“

Die Schirmherrin und Oberbürgermeisterin war gut aufgelegt und machte in ihrer Begrüßungsrede einen Vorschlag fürs Guinessbuch: Zum Elbhangfest erreicht Dresden weltweit die größte „Strohhutdichte“. Wenn die OB auch noch eine Abschlussrede hätte halten dürfen, wären ihr vielleicht auch die vielen schönen langen Kleider der Damen, die man diesmal bewundern konnte, eine Lobrede wert gewesen. Aber eines vergaß sie nicht: Neben den vielen „weiblichen“ Anmutungen des dies­jährigen Festes gedachte sie mit einem besonderen  Wort auch der  Mütter – das war sicher nicht nur eine Geste.

Dietrich Buschbeck

„elbscheechen“ sprengten musikalische Grenzen

Der „artige“ Elbhang-Posaunenchor bestimmte musikalisch den Festauftakt vor der Loschwitzer Kirche, und die „unartige“, keiner  Musik-Gattung zuzuordnende „gug­genmusik dresden“ der „elbscheechen“ beschloss musikalisch den Festumzug. Das war eine beachtliche Spannweite. Vertraute Bläsertöne waren zwar noch an vielen Festorten zu vernehmen, aber was dann die „elbscheechen“ am Sonnabend (unangekündigt) im Hosterwitzer Garten der „Muse unterm Nussbaum“ an der Dresdner Straße 52 anboten, sprengte die vertrauten Maßstäbe – musikalisch, out-fit, Repertoire. Bei den „elbscheechen“, die jeden Dienstag im Niederpoyritzer Elbhangtreff proben, können sich Begabungen entfalten (ab 16), die in anderen Formationen vielleicht nicht so gefragt sind. Einzige Bedingung: Man muss mit einem Blechblasinstrument oder einem Schlagzeug und mit phantasievoller Verkleidung umgehen können – alles andere „regelt“ unverwechselbar der Chef, den man unterm Nussbaum, dem Festthema angemessen, mit einer Diva verwechseln konnte.

Dietrich Buschbeck

Der Festumzug ließ schon ahnen, dass das 22. ein besonders schönes Elbhangfest werden würde. Der „ausgesperrte“ August mit seiner „eingesperrten“ Cosel (Mechthild Meier) – humorvoller Protest gegen den Pillnitzer Parkeintritt.  Foto: HF

Der Festumzug ließ schon ahnen, dass das 22. ein besonders schönes Elbhangfest werden würde. Der „ausgesperrte“ August mit seiner „eingesperrten“ Cosel (Mechthild Meier) – humorvoller Protest gegen den Pillnitzer Parkeintritt.
Foto: HF

„Gospel Power“ …

war mit Joan Orleans und ihren Musikern in der gefüllten Weinbergkirche überall gegenwärtig. Die „Grand Dame“ des Gospels brillierte mit ihrer voluminösen Stimme vom Altarplatz und von den Seitengängen aus. Begleitet wurde sie dabei am Piano vom großartigen Zoltan „Elvis“ Vegvaria und einem auserwählten vierstimmigen Gospelchor. Es erklangen große Gospels, Titel von Mahalia Jackson und Eigen­kom- positionen von Joan Orleans. Das Publikum klatschte begeistert mit, wurde zum „Mitmusizieren“ aufgefordert. Das Gospelkonzert war ohne Zweifel ein großartiger Höhepunkt am Beginn des 22. Elbhangfestes.

 Dieter Fischer

Der Musen Zweck ist einzig, dich zu weiten …

… so hatte man es im Mai-Elbhang-Kurier gelesen. Diese fast esotherische Ankündigung schwebte auch über dem großartigen Theaternachmittag „zu Wasser, zu Lande und in der Luft“ im Englischen Garten des Pillnitzer Parks. Dort wurde dem Publikum die Erkenntnis „Müßiggang ist aller Muse Anfang“ pittoresk vermittelt. „Vermittelt“ ist leicht untertrieben für das überquellende Maß an Phantasie, Sprach- und Tonkunst, (Götter-)Weisheit,Turbulenz, Witz, Ästhetik, Kunstgeschichte, Historie – von der Urzeit über Renaissance, Luther, Goebbels, Lennon, Niki de Saint Phalle bis hin zu Christo und Jean-Claude –, das den belesenen und unbelesenen Zuschauern zugemutet, oder besser, geschenkt  wurde. Eine vergleichbar üppige Inszenierung hätte einem Staatstheater wahrscheinlich mehrere Hunderttausend Euro gekostet. Aber der Loschwitzer Autor, Regisseur und Inszenator Johannes Gärtner, im Programm bescheiden unter „Buch und Konzeption“ aufgeführt, „verschenkte“ seine Produktion, die seine Elbhangfest-Theaterangebote der Vorjahre noch übertraf. Allerdings ging die Bescheidenheit des Theaterzettels etwas zu weit: Neben den (ausgebildeten) Akteuren Juliane Beier, Claire-Marie Dreiseitel und Alexander Theny wurden die weiteren unermüdlichen Mimen einfach verschwiegen; hier sind sie: Kerstin und Ludwig Heinze, Claudia-Annette und Roland Cyffka – und zwei „Gärtner-Kätzchen“,  sämtlich am Elbhang zu Hause und im umstrittenen Pillnitzer Park putzmunter.

Dietrich Buschbeck

Eine mit Liebe und großem Können von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden unter Leitung von Dr. Christoph Schölzel gestaltete „Sixtinische Madonna“. Foto: Holger Friebel

Eine mit Liebe und großem Können von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden unter Leitung von Dr. Christoph Schölzel gestaltete „Sixtinische Madonna“.
Foto: Holger Friebel

„Viva la Musica“

Das Abschlusskonzert mit Kai Vogler und einem Ensemble der Moritzburg Festival Akademie, eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Festival Mitte Europa, in der Pillnitzer Weinbergkirche war gut besucht. Es erklang Kammermusik besonderer Güte. Neben Kai Vogler (Violine II), dem ersten Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle, musizierten die jungen Musiker Friederike Starkloff (Violine I), Ildiko Ludwig (Viola I), Dorian Wetzel (Viola II), Valentin Staemmler (Violoncello), Heinrich Lademann (Kontrabass). Es wurden Werke von Mozart, Rossini und Brahms musiziert. Der präzise und stimmungsvolle Vortrag erhielt viel Beifall, mit einer Zugabe wurde die hohe Musizier-Zeit noch etwas verlängert – und das 22. Elbhangfest hochkarätig beendet..

Dieter Fischer

Musikalische Stimmung in Freytags Weingarten

Es war ein Geheimtipp am heißen Festwochenende in Altwachwitz: Dieses schattige Plätzchen, einen wohlschmeckenden Tropfen im Glase  (besonders zu empfehlen der Hauswein Marke Gutedel!) und dazu musikalische Kostproben zum Thema „Ja, die Liebe…“.   Die Sängerin Almut Krumbach, begleitet von Derek Henderson am Klavier, begeisterte mit ihrem bunt gemischten Programm, das ganz im Sinne des Elbhangfestmottos das schönste aller Gefühle hochleben ließ. Und die Zuhörer im idyllischen Weingarten waren sich einig, dass „Wein, Weib und Gesang“ ein optimales Trio sind!

 

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Veröffentlicht unter Artikel aus der Print-Ausgabe, Elbhangfest
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Fahrer mit Goliath-Dreirad bei der Auslieferung in der Blasewitzer Hochuferstraße, um 1930. Foto: Dr. Georg Jäkel

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