Winzern am Wachwitzer Weinberg gekündigt

Die Ausschreibung und der Verkauf des Wachwitzer Weinberges mit dem Schloss, der Königlichen Villa und allen weiteren Häusern durch den Feistaat war ein transparenter Prozess, wo alle Interessengruppen einbezogen waren. Ein Thema waren immer die Winzer der Weinbaugemeinschaft Losch­witz/Wachwitz, die möglichst für ihre große Leistung, den Berg gerodet, aufgerebt und eingezäunt zu haben, ihre Parzellen behalten sollten. Eine Sicherheit konnte das Land aber nicht gewähren.

Weinpresse am Weinberg Wachwitz Foto: Jürgen Frohse

Weinpresse am Weinberg Wachwitz
Foto: Jürgen Frohse

Der neue Besitzer, die V.V.K. zu Dresden GmbH, respektierte die Pachtverträge, doch mit der Insolvenz der Firma 2012 wurde auch der Verkauf des Weinbergs (westlicher Teil) angestrebt. Der Geschäftsführer der neuen V.V.K. Unternehmensgruppe, Roland Weiß, versprach in einem Gespräch mit dem Elbhang-Kurier (EHK 3/2013) die Kaufverträge so zu gestalten, dass die Winzer wieder langfristige Pachtverträge erhalten.

An der Ausschreibung beteiligte sich auch die Weinbaugemeinschaft, den Zuschlag bekam aber die Dresdner Steuerberaterin Franka Pomplun. Die Stadt Dresden legte gegen den Verkauf Berufung ein, da es eine landwirtschaftliche Nutzfläche ist und der neue Käufer keine derartigen Qualifikationen vorweisen konnte. Das Argument konnte die neue Besitzerin durch Gründung einer GmbH mit einem Winzer und mit der Beauftragung eines weiteren Winzers als Berater beseitigen. Die neue Besitzerin, ihr Ehemann, Herr Falkenberg, und Vertreter der Weinbaugemeinschaft trafen sich am 30. November 2013 im Weinberg, wo sich bereits abzeichnete, dass eine andere Strategie angestrebt wird.

Frau Pomplun und ihr Gatte sagten, dass sie den Weinberg selbst bewirtschaften und den Wein selbst keltern wollen. Franka Pomplun kündigte dann im Dezember der Weinbaugemeinschaft die Pachtverträge zum 31. Dezember 2015. Auch Bitten der Weinbaugemeinschaft halfen nicht.
Der Geschäftsführer der V.V.K., Roland Weiß, erklärte uns telefonisch, dass seine Aussagen vor einem Jahr dem damaligen Wissensstand entsprachen.

Die V.V.K. führte Verhandlungen mit einem Interessenten, der wieder Pachtverträge mit den Winzern eingehen wollte, was sich aber zerschlug. Seither wurde die V.V.K. neu strukturiert und der Verkauf von Immobilien ihrer noch insolventen Teilfirmen dem Dresdner Rechtsanwaltsbüro Andrew Seidl übergeben, der auf seiner Internetseite die V.V.K. auch bei seinen Referenzen auflistet. Roland Weiß wollte erst durch unsere Anfrage erfahren haben, dass den Winzern gekündigt wurde.

Brisant ist, dass ein der Weinbaugemeinschaft bekannter Interessent für ein weiteres zum Verkauf stehendes V.V.K.-Gelände von dem Insolvenzverwalter Andrew Seidl an die Immobilienfirma Falkenberg & Kakies  verwiesen wurde, da diese mit dem Verkauf der V.V.K.-Immobilien beauftragt sei. Wenn das stimmt, wurde dann der Wachwitzer Weinberg durch Herrn Falkenberg an seine Ehefrau vermittelt und der Kaufvertrag entsprechend gestaltet?

Die Weinbaugemeinschaft hat die Kündigung erst einmal zurückgewiesen, da Frau Pomplun zum Zeitpunkt der Kündigung noch nicht im Grundbuch stand.

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Veröffentlicht unter Artikel aus der Print-Ausgabe, Der Elbhang-Kurier
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