Martin Walser spürte dem 13. Februar 1945 nach

Manfred Ranft in den 1980er Jahren (Ausschnitt), Foto: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

Manfred Ranft in den 1980er Jahren (Ausschnitt), Foto: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

Zeit- und Regionalgeschichte im Elbhang-Umfeld

Die derzeitige Sonderausstellung „Schlachthof 5“ im Militärhistorischen Museum versucht, das Thema „13. Februar“ auch literarisch aufzuarbeiten. Neben Büchern von Kurt Vonnegut (USA), Viktor Klemperer, Walter Kempowski u. a. wird dort auch Martin Walsers Roman „Die Verteidigung der Kindheit“ hinterfragt.

Der Kindheits-Romanheld Alfred Dorn – als Blasewitz-Bühlauer Zahnarztsohn und Kreuzschüler Manfred Ranft (1929–1987) historisch belegt –, hat im Elbhang-Umfeld zahlreiche Spuren hinterlassen (siehe Elbhang-Kurier 11/1997/Seite 11, Elbhang-Kurier 12/2002/Seite 22, Elbhang-Kurier 9/2013/Seite 14). Anlässlich eines Forums im Militärhistorischen Museum kurz vor dem 13. Februar ließ Martin Walser diese Romanfigur erneut lebendig werden (ungeachtet des Verdikts von M. Reich-Ranicki, der den Roman nur als „langweilige Mitteilungsprosa“ einstufen wollte).

Manfred Ranft, Foto: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

Manfred Ranft, Foto: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

Bereits 1994 hatte Martin Walser dem Kreuzgymnasium eine 1947 vom Blasewitzer Bildhauer Karl Oskar Aurich (1877–1948) gefertigte Bronzebüste des Manfred Ranft übergeben. Sie schmückt jetzt das stilvolle Amtszimmer der Direktorin des Blasewitzer Kreuzgymnasiums an der Dornblütstraße. Mit dem besagten Roman ist das traditionsreiche Gymnasium nun auch in die neuere deutsche Literatur eingegangen, allerdings mit einer problematischen Persönlichkeit aus der Dresdner Nachkriegsgeschichte, der man noch bis zum Ausstellungsende am 12. Mai im Militärhistorischen Museum nachspüren sollte – denn „Menschen, die zu Romanfiguren ,verarbeitet‘ werden, haben das letzte Wort“ (Gerhart Hauptmann).

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Fahrer mit Goliath-Dreirad bei der Auslieferung in der Blasewitzer Hochuferstraße, um 1930. Foto: Dr. Georg Jäkel

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