Der Loschwitzer Körnerweg – auch ein akademisches Thema

Das George-Bähr-Forum (GBF) der Technischen Universität Dresden veranstaltete am 18. Juni 2015 (siehe Seite 2) ein honorig besetztes Seminar der Fakultät Bauingenieurwissenschaften zum Thema „Historische Uferbauwerke – ihre Bedeutung für den Hochwasserschutz und die Anforderungen an deren Sanierung – veranschaulicht am Uferbauwerk Körnerweg in Dresden-Loschwitz“.

Daran beteiligten sich folgende Vortragende:

  • Hans-Peter Lühr – Publizist / Geschäftsführer Dresdner Geschichtsverein
  • Prof. Dr.-Ing. habil. Ivo Herle – TU Dresden, Institut für Geotechnik, Professur für Bodenmechanik und Grundbau
  • Prof. Dr.-Ing. Jürgen Stamm – TU Dresden, Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik, Professur für Wasserbau
  • Prof. Dipl.-Ing. Reinhard Koettnitrz – Amtsleiter Straßen- und Tiefbauamt der Stadt Dresden

Das Seminar wurde von Professor Siegbert Langner von Hatzfeld (Mitglied des Vorstandes des GBF) geleitet. Aus seiner Moderation sei auszugsweise folgendes zitiert:

  • „… Wir Fußgänger und Fahrradfahrer wollen keinen ‚Hoppel-Körnerweg‘. Doch: Der Körnerweg ist Teil einer größeren Baueinheit, ist Teil eines historischen Uferbauwerkes. Jeder bauliche Eingriff, welcher Art auch immer, muss als Ganzheit betrachtet werden. Gut gemeinte Vorschläge aus dem Bereich der „Meinungen“ helfen wenig.
  • Das Uferbauwerk Körnerweg ist das Thema des heutigen Forums.
  • Hans-Peter Lühr berichtet einleitend über die Geschichte der historischen Uferbauwerke in Dresden und ihre kulturgeschichtliche Bedeutung.
  • Die Professoren Herle und Stamm geben uns aus der Sicht ihrer Fachbereiche, der Bodendynamik und des Wasserbaus, Einblick in das komplexe Gefüge dieser Bauwerke.
  • Professor Koettnitz, Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes unserer Stadt, hat die Ergebnisse der erforderlichen ingenieurtechnischen Untersuchungen ihrem Stellenwert entsprechend zu einem Gesamtkonzept gefügt.
  • Wir erkennen jetzt, was möglich, was notwendig, was sinnvoll ist. Erst jetzt können wir die Schritte bestimmen, die getan werden müssen. Man kann aber keinen Schritt vor dem anderen tun. Entscheidungen aus dem Bereich der „Meinungen“ erweisen sich möglicherweise als verhängnisvoll.
  • Das George-Bähr-Forum hat sich zur Aufgabe gestellt, eine Sachebene zu bilden: Sie soll der Unverbindlichkeit der „Meinungen“ die Verbindlichkeit der Einsicht entgegenstellen. Sie soll, wie es einst der deutsche Architekt Mies van der Rohe formulierte, aus dem Bereich der „Meinungen“, der Willkür und des Zufalls in die klare Gesetzmäßigkeit einer geistigen Ordnung führen. … Das heutige Forum könnte unter Beweis stellen: Eine klare Konstruktion ist schön. und diese Schönheit hat die Denkmalpflege unter Schutz gestellt. …“

Von besonderem ingenieurtechnischen Interesse war der Vortrag von Professor Ivo Herle „Der Körnerweg in Dresden – Verhalten historischer Stützmauern“, dessen Wortlaut (mit zahlreichen Abbildungen) der Redaktion des Elbhang-Kuriers vorliegt (Interessenten können Text und Bilder anfordern).

Das Resümee des Vortrages kann kurzgefasst lauten:

  • Eingriffe in historische Bauwerke sind, wenn immer möglich, zu vermeiden.
  • Stützmauern und Befestigung des Körnerweges sind als eine bauliche Einheit zu betrachten.
  • Die Oberfläche des Körnerweges darf nicht durch einen Bitumen- oder Betonbelag versiegelt werden, da dadurch u. a. Grund- und Sickerwasserströmungen u. U. mit destabilisierenden Folgen umgeleitet oder verhindert werden.

Professor Reinhard Koettnitz ging auch auf diese Überlegungen ein und ließ erkennen, dass die unausweichliche Neu- bzw. Wiederbefestigung des Körnerweges sowohl bautechnischen als auch denkmalpflegerischen Gegebenheiten Rechnung tragen muss.

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