Unser Schönes Blasewitz

Ausstellungseröffnung „Unser Schönes Blasewitz?“, u.a. mit Kurt-Dieter Prskawetz (links, Blasewitz-Kenner) und Bernd Beyer (Mitte, Blasewitz-Chronist und -sammler). Foto: Martje Kukula

Ausstellungseröffnung „Unser Schönes Blasewitz?“, u.a. mit Kurt-Dieter Prskawetz (links, Blasewitz-Kenner) und Bernd Beyer (Mitte, Blasewitz-Chronist und -sammler).
Foto: Martje Kukula

Eine Ausstellung in der SchillerGalerie, die zum Mitdenken herausfordert…
…und eigentlich eine Bürgerversammlung erforderlich macht

Das Rundfoyer der Blasewitzer SchillerGalerie erlebte bereits mehrer Ausstellungen, aber bisher hatte keine die Brisanz der gegenwärtigen Exposition: „Unser Schönes Blasewitz – eine architekturkritische Ortsbegehung“.

Vorerst ist die Ausstellungsdauer bis zum 17. Juli vorgesehen, aber eigentlich könnte daraus eine Dauer- oder wenigstens eine Wanderausstellung werden. Denn ihr Anliegen beschäftigt sehr viele Blasewitzer, die der nicht nur gefühlten Überzeugung sind, in einem Denkmalschutzgebiet zu wohnen. Aber das Baugeschehen seit 1990 spricht anscheinend eine andere Sprache.

Bis 1989/90 herrschten Stagnation oder auch Verfall vor, teilweise auch höchst unsensible Eingriffe z. B. durch die unangepasste, der Wohnungsnot geschuldete Errichtung von WBS-70-Häuserblöcken auf vormaligen Villengrundstücken. Inzwischen werben renditebewusste Investoren mit der Attraktivität von Blasewitzer Standorten in „bevorzugter Wohnlage“.

Die Ausstellungsmacher verweisen anhand zahlreicher Beispiele auf „Bausünden“, Eingriffe und Verstöße, die geeignet sind, aus dem bisher unverwechselbaren durchgrünten Standort Blasewitz ein „Durchschnitts-Wohngebiet“ zu machen, in dem zwar hohe Mieten und eine bisher nicht anzutreffende Bebauungsdichte erzielt werden, aber gestalterische Qualitäten auf der Strecke bleiben.

Das geschieht vor dem Hintergrund eines bestehenden Bauvorschriftenwerkes, das eindeutige Grenzen benennt (z. B. „Bauen nach Art und Maß der Umgebung“), das aber immer wieder argumentativ, juristisch oder auch spitzfindig umgangen wird, ohne dass die „zuständigen Behörden“ eingreifen.

Der Zufall (?) wollte es, dass fast gleichzeitig mit der Ausstellungseröffnung im Dresdner Stadtrat die Forderung nach einer „Gestaltungssatzung für Blasewitz“ laut wurde, um dem offensichtlichen baulichen „Wildwuchs“ im Denkmalschutzgebiet zu begegnen.

Der Fotograf und Filmemacher Ralf Kukula, die Architekturhistorikerin Susann Buttulo, und der Grafiker Norbert du Vinage – besonders unterstützt vom Blasewitzer Chronisten und Sammler Bernd Beyer und vom Denkmalschutzexperten Dr. Volker Helas – öffnen dem Ausstellungbesucher die Augen und lassen auch zahlreiche Blasewitzer und Striesener zu Wort kommen.

Alle Betroffenen und Interessierten – hoffentlich auch aus dem Umfeld der Investoren – werden im August oder September zu einer Bürgerversammlung erwartet, die mit Unterstützung des Ortsamtes vorbereitet wird. Die Ortsamtsleiterin Sylvia Günther war maßgeblich am Zustandekommen der Ausstellung beteiligt – mit Unterstützung durch Jana Betscher vom Centermanagement der SchillerGalerie.

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