(Update 12. September) Mist gebaut in Loschwitz! Bürger-Brunch am Sonntag / Impressionen vom Brunch

Die Fahrradbügel auf dem Dorfplatz Loschwitz Foto: Holger Friebel

Die Fahrradbügel auf dem Dorfplatz Loschwitz
Foto: Holger Friebel

Die Fahrradbügel im Dorfkern erfüllen den falschen Zweck, sind hässlich und störend. Eine Bürgerinitiative veranstaltet am Sonntag, 11. September von 10 bis 14 Uhr, einen Brunch auf dem Dorfplatz unter dem Titel »Wir sind verkehrs-un-beruhigt«.

Diese Fahrradbügel sind der falsche Weg

Eine Bürgerinitiative kämpft darum, den Dorfplatz vom Verkehr zu beruhigen. Dazu zählte, das Parken an dieser Stelle zu verhindern, da es auf dem Platz für spielende Kinder sehr gefährlich war. Immer wieder kam es vor, das sie zwischen Autos auf die Straße rannten. Die einzige Variante, die der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, Prof. Koettnitz, überhaupt zuließ, waren Fahrradbügel. – Die Bürgerinitiative hatte viele Vorschläge – von der Verbreiterung des Fußwegs bis zu Pflanzkübeln – gemacht.

Aber selbst jeder Radler greift sich an den Kopf: Kein Mensch braucht an dieser Stelle einen Fahrradparkplatz. Die von Prof. Koettnitz im historischen Dorfkern von Loschwitz installierten Fahrradbügel stehen an einer Stelle, wo wohl niemals viele ihr Fahrrad abstellen würden. Radler fahren entweder gleich hinunter zur Elbe oder kommen vom Elberadweg nicht extra hoch, um ihr Rad in den Dorfkern zu parken. Als Feigenblatt für eine ansonsten nicht bewältigte Verkehrsberuhigung des Dorfkerns sind die Bügel nicht plausibel, zumal stattdessen der umstrittene Poller ausgebaut wurde. Nun wurde für Dinge Geld ausgegeben, die alle vor Ort nerven.

Im Aufruf der Bürgerinitiative heißt es zum Thema: »Durch den Rückbau des Pollers hat der Verkehr massiv zugenommen, der Festplatz an der Elbe ist zum vielfrequentierten Parkplatz geworden. Das Straßen- und Tiefbauamt hat in den letzten Monaten Veränderungen vorgenommen, auch um den Verkehr zu beruhigen. Doch es gibt keinerlei Verbesserung.«

Diese Fahrradbügel sind hässlich

Wo war hier eigentlich der städtische Denkmalschutz? Direkt neben dem formschönen schmiedeeisernen Geländer des denkmalgeschützten Josef-Hermann-Denkmals – im Volksmund »Senfbüchse« genannt –, neben dem ästhetischen Sandstein-Flutdenkmal von Klaus-Dieter Köhler und gegenüber vom Wieck-Haus – ebenfalls Denkmal – ist eine plump geformte Parade von verzinkten Rohrbügeln aufmarschiert – bloß damit kein Auto parken kann! Von Milieuschutz hat man wohl noch nie etwas gehört… Die Anwohner hatten u. a. mobile Pflanzkübel vorgeschlagen. Aber mit dem Grün hat man auf Dresden Plätzen offensichtlich schon länger Probleme.

Diese Fahrradbügel sind störend

Bald soll der Loschwitzer Weihnachtsmarkt an genau der Stelle stehen, wo jetzt die Bügel einbetoniert wurden. Der Verein ringt derzeit öffentlich um eine Lösung, den Markt durchführen zu können. Aber auch umgeklappt würden die Metallbügel zu Fußangeln. Ein zeitweiser Ausbau wäre eine Notlösung, aber ebenfalls mit dauerndem Aufwand verbunden. Denn auch zum jährlich Ende Juni stattfindenden Elbhangfest kann niemand diese Bügel gebrauchen. Sie stören den Verein bei der Platzgestaltung und die Besucher beim Flanieren.

Der Oberbürgermeister hat sich jetzt endlich dafür eingesetzt, gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt noch rechtzeitig bis Anfang Dezember eine Lösung zu finden. Auf Amtsebene sieht das so aus: Am Freitag, dem 9. September fand ein Treffen des Elbhangfestvereins mit Bürgermeister Schmidt-Lamontain und Prof. Köttnitz zunächst ergebnislos statt. Beide Seiten wollen sich weiter um einen Kompromiss bemühen. Allerdings lehnt die Stadt sowohl den vollständigen Rückbau als auch den Einsatz abbaubarer Fahrradbügel derzeit noch ab.

Als Begründung gegen letztere wird die Diebstahlgefahr von Fahrrad gleich mit Poller angeführt, da diese sehr leicht zu demontieren wären und man dann die Stadt in die Haftung nähme. Ein erstes Angebot der Stadt, jeden zweiten Bügel zu entfernen, kann das Problem durch die dann sehr ungünstigen Abstände weder beim Weihnachtsmarkt noch beim Elbhangfest selbst lösen.

Eine Begehung vor Ort ist noch im September anberaumt. Zitat Heike Reichel, Geschäftsführerin des Elbhangfestvereins: »Die Kuh ist noch nicht vom Eis«. Es wäre wünschenswert, wenn die vom Steuergeld ihrer Bürger entlohnten städtischen Beamten auch deren Interessen verantwortungsvoll wahrnähmen, anstatt in langwierigen Auseinandersetzungen Bürgerengagement zu zermürben. Es gilt, schlicht eigene Fehler einzusehen: Diese Fahrradbügel müssen durch eine bessere Lösung ersetzt werden!

Brunch auf dem Dorfplatz: »Wir sind verkehrs-un-beruhigt«

Die Bürgerinitiative veranstaltet am Sonntag, 11. September von 10 bis 14 Uhr, einen Brunch auf dem Dorfplatz unter dem Titel »Wir sind verkehrs-un-beruhigt«. Sie möchte auf die immer noch unerträgliche Situation auch nach den erfolgten Verkehrsberuhigungsmaßnahmen aufmerksam machen.

Nachtrag vom 12. September: Impressionen des Anwohner-Brunchs

 

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