Wir erinnern …

Wir nehmen Abschied vom Bildhauer Volker Mixsa und dem Maler Günther Hornig, gratulieren dem Radiosprecher Hans Trautmann und dem »Hochlandmusiker« Frank Müller, gedenken dem Komponisten Johann Gottlieb Naumann, begegnen dem Bildhauer und Maler Richard Guhr und erinnern an den Kirchenmusiker Hans Otto.

Wir erinnern…

Volker Mixsa Foto: Jürgen Frohse

Volker Mixsa
Foto: Jürgen Frohse

Wir erinnern an den aus Thüringen stammenden Bildhauer und »Zauberer in Stahl« Volker Mixsa (1944 – 2016), der am 29. August gestorben ist. Im Elbhangumfeld war er kein Unbekannter. Die stählerne, sich drehende Brunnenplastik »Wassermusik – Klanggestalt in Edelstahl«, 2009/10 für den Vorplatz der Blasewitzer Rothermundvilla (Landesmusikgymnasium) geschaffen (siehe ELBHANG KURIER 4/2010) und die Altarraumgestaltung in der restaurierten Weißer-Hirsch-Kirche (2014) zeugen von seiner Meisterschaft, Edelstahl zu formen.

Eines seiner letzten Werke war die in diesem Jahr geweihte Eisenguß-Grabgestaltung auf dem Loschwitzer Friedhof für den Puppenspieler und Diakon Gottfried Reinhardt. Zum Elbhangfest 2014 verzauberten Mixsas Metallplastiken und die Keramiken seiner Lebensgefährtin Luise Kallweit den Garten der vormaligen Dr.-Jüngst-Villa im Wachwitzgrund.


Wir erinnern an den Maler und Grafiker, Theatermaler und Bühnenbildner Professor Günther Hornig (1937 – 2016), der am 11. September gestorben ist und auf dem Loschwitzer Fiedhof begraben wurde – gleichsam vor seiner Haustüt, denn seit 1963 (damals noch Aspirant und Fachlehrer an der Abendschule der Dresdner HfBK) wohnte der Künstler mit seiner Familie im Loschwitzer Künstlerhaus, das er nunmehr als »Alterspräsident« verlassen hat.

Der EHK widmete ihm im Aprilheft 1998 eine bemerkenswerte »Kunstseite«.


 

Wir erinnern und gratulieren dem Radiosprecher, Moderator, Redakteur und zeitweiligen Schauspieler (und gelernten Dekoratiosmaler) Hans Trautmann zum 80. Geburtstag am 20. Oktober, den er – seit 70 Jahren dort zu Hause – auf dem Weißen Hirsch feiern darf – nicht mehr vor dem Mikrofon oder der Fernsehkamere oder auf der Bühne, sondern eher zurückgezogen, aber voller Erinnerungen an seine »journalistische« Laufbahn, die auch durch die Wende nicht unterbrochen wurde.

Vielmehr war er dank seiner Geradlinigkeit und (parteilosen) Souveränität unentbehrlich für seinen »Dresdner Sender« geworden. Vor allem seine hiesigen Zuhörer wussten es zu schätzen, dass da Einer »von nebenan« zu ihnen sprach.


Relief von Johann Gottlob Naumann  Foto: Hansjörg Dehnert (Ausschnitt)

Relief von Johann Gottlob Naumann
Foto: Hansjörg Dehnert (Ausschnitt)

Wir erinnern erneut an den Komponisten und Hofkapellmeister Johann Amadeus (Gottlob) Naumann (1741 – 1801) und seinen 215. Todestag am 23. Oktober. Selbst dieses »unrunde« Datum ist es wert, des gebürtigen Blasewitzers zu gedenken, da sein Gedächtnis auch in der nunmehrigen Blasewitzer »Nauman-Schule« gepflegt wird. Die Schule an der Wägnerstraße hatte anlässlich ihres 140-jährigen Bestehens im Juni ein von Professor Urich Eißner (HfBK Dresden) geschaffenes Bronzerlief enthüllt, das die Schülerinnen und Schüler jetzt täglich im Eingangsfoyer begrüßt.

Damit das »zu Unrecht vergessene« Werk des Komponisten wiederbelebt wird, sang »Vocal Concert Dresden« (ehemals Körnerscher Singverein) Ende September in der Semperoper Naumanns »Missa No. 18 d-moll« am (468.) Gründungstag der (einst auch von Naumann dirigierten) Sächsischen Staatskapelle.

Ebenfalls im Juni hat sich eine »Internationale Naumann-Gesellschaft« gegründet, die aber leider bisher kaum Notiz von der aktuellen Dresdner und vor allem Blasewitzer Naumann-Pflege genommen hat.


Wir erinnern an den 60. Todestag des Bildhauers und Malers Professor Richard Guhr (1873 – 1956) am 27. Oktober (er war u. a. Lehrer von Otto Griebel und Otto Dix). Gegenwärtig gibt eine Ausstellung im Graupaer Jagdschloss Einblick in das malerische (zurecht vergessene »grell-mystische«) Werk des Künstlers, das bis 1945 im Schloss Albrechtsberg zu sehen war (und in der Presse kürzlich als »brüllender Wagnerkult« stilisiert wurde).

Bleibender und gültiger ist sein bildhauerisches Opus einzuodnen, u. a. repräsentiert durch das monumentale Richard-Wagner-Denkmal im Liebethaler Grund, die Wagnerstele in Graupa oder den Dresdner »Rathausmann«.


Wir erinnern an den Organisten, Cembalisten und vormaligen Blasewitzer Kantor (1948 – 1968) Kirchenmusikdirektor Hans Otto (1922 – 1996) und dessen 20. Todestag am 28. Oktober.

Nach seinen Blasewitzer Jahren mit großen kirchenmusikalischen Ereignissen (damals wirkte er auch an der hiesigen Kirchenmusikchule) und erfolgreicher internationaler Konzerttätigkeit folgten Jahre als Domkantor in Freiberg und schließlich (1984 – 1992) die Position als Organist an der Telemann-Konzerthalle Magdeburg. Er starb in Freiberg, wo er auch begraben ist.


Wir erinnern und gratulieren dem vielseitigen, nicht alltäglichen, in Pappritz wohnenden Musiker Frank Müller zum 65. Geburtstag – ebenfalls am 28. Oktober. Noch denkt er nicht an Ruhestand. Derzeit wird er gebraucht als führender Kopf des Duos »Ziesack und Streichholz« (hinter dem sich Akordeon und Geige verbergen) – wer Glück und Gelegenheit hat, begegnet ihm (zur Freude der Touristen) derzeit im Dresdner »Pulverturm«.

Nachdem der studierte Tanzmusiker und Sänger Ensembleerfahrungen im Dresdner Kulturpalast, bei diversen Dresdner Bands, mit Arrangements in Recklinghausen, Hamburg und beim Dresdner Stiezelmarkt gesammelt hatte, »landete« er schließlich beim »Dresdner Hofgeflüster«, das erfolgreich durch die Landeshauptstadt und viele in- und ausländische Spielorte zog (1995/96 bis nach Japan) und auch beim Elbhangfest auftauchte.

Als Fernsehturm-Anrainer wäre er eigentlich prädestiniert, eines Tages auch die Spitze des Turmes wieder zum Klingen (oder zum Zittern) zu bringen, aber noch verlegt er diese Vision ins Reich der Phantasie und bleibt eher bodenständig, zum Beispiel bei den jährlichen »Krabat-Festspielen« im sorbischen Schwarzkollm (Corny Cholmc).

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Fahrer mit Goliath-Dreirad bei der Auslieferung in der Blasewitzer Hochuferstraße, um 1930. Foto: Dr. Georg Jäkel

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