Wir erinnern…

Wir erinnern an Siegfried Fischer, René Pape, Bärbel Raschke, Gerd Jaeger, Dr. Joachim Menzhausen und Oskar Kokoschka

Wir erinnern…

…an den langjährigen Chordirektor der Dresdner Staatsoperette Siegfried Fischer (1934 –  2018), der am 14. Dezember des vergangenen Jahres gestorben ist. Während seiner über 40(!)-jährigen Amtszeit war er mit seiner Familie überwiegend in Blasewitz (Jüngststraße) zu Hause (und natürlich im Theater Leuben), konnte aber den Umzug der Staatsoperette ins Kraftwerk Mitte nicht mehr mitvollziehen. Während seiner »aktiven« Amtszeit engagierte er sich »nebenberuflich« für drei namhafte Laienchöre (»Pirnaer Singkreis« 1980 – 1987, »Polizeichor Dresden« 1955 – 2010, Chorgemeinschaft »Friedrich Wolf«), deren Mitglieder bis heute von seinem chorpädagogischen Einsatz profitieren und die hiesige Chorszene bereichern.


Wir erinnern…

…und gratulieren dem in Dresden geborenen, vor Jahren auf dem Weißen Hirsch und heute in Pillnitz wohnenden Sänger René Pape zur im Dezember erfolgten Verleihung des Titels »Österreichischer Kammersänger«. Damit folgt der aus dem Kreuzchor hervorgegangene Bassist, der bereits Kammersänger in Berlin und München ist, seinen Kollegen Theo Adam† und Peter Schreier als dritter Dresdner, der den österreichischen Titel tragen darf – und damit den musikalischen Ruf der Elbestadt über alle Grenzen verkörpert (in diesem Monat  ist er anlässlich des 13.-Februar-Gedenkens wieder in der Semperoper zu erleben).


Wir erinnern…

…und gratulieren der vormaligen Katechetin, Musikpädagogin und Organistin/Kantorin Bärbel Raschke zum 89. Geburtstag am 7. Februar. Die im Erzgebirge geborene Musikerin hat nach vielseitigen Berufsjahren – seit 1962 mit dem Blasewitzer Kantor Siegfried Raschke† verheiratet – ihre Wahlheimat am Loschwitzer Hang gefunden, von wo aus sie nochmals »zu neuen Ufern« aufbrach – im Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden und (bis 2001) als erfolgreiche Kantorin in Weißig. Sie verkörpert quasi eine »Musikbrücke« von der Elbe bis ins Hochland. Die Musik ist – bis heute – nicht nur für sie ein Lebenselixier geworden, sondern auch für ungezählte Schülerinnen und Schüler (soweit Letztere eine Blockflöte akzeptierten), denen sie (nicht nur) »die Flöten-Töne beigebracht« hat.


Gerd Jaeger: »Männertorso, gebeugt« 1973

Wir erinnern…

…an den Bildhauer, Maler und Zeichner Professor Gerd Jaeger (1927 – 2019), der am 10. Januar gestorben ist und ein Gewährsmann dafür wurde, dass nicht nur Loschwitz (wo er 1952 – 1961 an der Alpenstraße wohnte), sondern auch Blasewitz als »Künstlerort« wahrzunehmen ist – er schmückte seinen Garten an der Mendelssohnallee mit eindrucksvollen Plastiken von seiner Hand. Weitere Werke finden sich im öffentlichen Raum u. a. in Pulsnitz (des »Kollegen« Ernst Rietschel einstiger Geburtsort) und auch in Dresden, wo die Bronzetüren des Kulturpalastes 1969 an ihn erinnern. Als integrer Künstler und Pädagoge konnte er sowohl vor als auch nach der »Wende« eine Professur an der Dresdner Kunsthochschule wahrnehmen (1974 – 1991).

Er wurde auf dem Trinitatisfriedhof begraben an der Seite seiner Frau Renate geb. Martin (Grafikerin und Textilgestalterin, 1933-2018), die gemeinsam mit ihm im »Künstlerbuch 2« verzeichnet ist – sie starb unlängst im Dezember.


Wir erinnern…

…an den Kunsthistoriker Dr. Joachim Menzhausen (1930 – 2019), der am 18. Januar – von seinem Sohn beherbergt – gestorben ist. Sein jahrzehntelanges Wirken im Dienst der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mündete u. a. in seuinem 2008 erschienenen (Haupt-)Werk »Kulturgeschichte Sachsens« (das die jüngst in der Sächsischen Akademie der Künste »Vom Verschwinden der Kunstgeschichte« eigentlch gegenstandslos macht). Dieses Buch entstand noch vor dem Umzug an seinen letzten Witwer-Wohnsitz auf dem dem Weißen Hirsch/Oberloschwitz (Materniweg). Zuvor hatte er mit seiner Frau (und kongenialen Kollegin) Ingelore Menzhausen (1923 – 2007) in Rochwitz/Loschwitz gewohnt.

Elbhang Kurier-Gastautor Hans-Peter Lühr widmete dem Verstorbenen, der  auf dem Loschwitzer Friedhof neben seiner Frau unter einem von Peter Makolies geschaffenen Grabstein bestattet wurde, in den DNN einen aufschlussreichen Nachruf (23. Februar 2019).


Wir erinnern…

… 100 Jahre nach seinem Aufenthalt in Bad Weißer Hirsch/Oberloschwitz und an seinem (39.) Todestag am 22. Februar (1980 in Montreux) an den Maler, Grafiker und Dichter  Professor Oskar Kokoschka  (1884 – 1980). Über den Künstler, dessen Werke von den Nazis als »entartet« verunglimpft wurden, erschien kürzlich eine neue Biografie (Rüdiger Görner: Oskar Kokoschka – Jahrhundertkünstler, Paul Zsolnay Verlag, 352 Seiten).

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