Wir erinnern…

Wir erinnern an Erwin Graebner und Gert Hausmann

Wir erinnern…

…an den 125. Geburtstag des frühvollendeten Architekten (und Zimmermanns) Erwin Graebner (1895 – 1945) am 9. Februar. Er bewohnte seit 1932 mit seiner Familie die zuvor von ihm erworbene, italienisch geprägte »Villa Orlando« an der unteren Plattleite; wenige Tage vor Kriegsende (1945) starb er als Soldat in Italien, nachdem er bereits im Ersten Weltkrieg schwer verwundet gewesen war.

In den ihm verbliebenen Schaffensjahren war er u. a. an einigen »Ergänzungsbauten« des Lahmann-Sanatoriums beteiligt. Sein 125. Geburtstag könnte Anlass sein, sowohl im heutigen Lahmann-Areal als auch an der Plattleite/Schillerstraße 4 seiner zu gedenken, zumal sein Name auch mit dem einst renomierten Dresdner Architekturbüro Schilling & Graebner verbunden ist.


Wir erinnern…

…an den 20. Todestag des gelernten Kosmetikfacharbeiters (bei »Florena«), studierten Chemieingenieurs und autodidaktisch herangereiften Jazz-Pianisten (Günter-Hörig-Schüler) Gert Hausmann (1935 – 2000) am 10. Februar. Als der damalige Junggeselle, erst 65-jährig, an einem Wintertag (nahe seines »Sommersitzes« am Bühlauer Schützensteig) einem Schwächeanfall erlag, war er auf dem Weg zu seiner Blasewitzer Bohéme-Wohnung an der Tolkewitzer Straße 22, die sich inzwischen in eine Seniorenresidenz verwandelt hat und ihm heute eine gepflegte Behausung bieten könnte – sicher wieder mit einem für ihn unverzichtbaren Piano ausgestattet.

An und mit diesem Instrument hatte er 1955 die legendären, heute noch agierenden »Elb-Meadow-Ramblers« mitgegründet, die er dann 32 Jahre leitete – und die ihm auf dem Striesener Friedhof (wie in New Orleans) auch das letzte Geleit gaben. Die ungezählten in- und ausländischen Auftritte dieser Band (inklusive Elbhangfeste) und auch die von Gert mitgestalteteten »Gully-Feten« im Trillekanal unter dem Körnerplatz, aber auch seine mitunter skurilen Lieder, Gedichte und Epigramme dürften Manchem noch im Gedächtnis sein.

Tochter Ulrike hat, neben ihrer Keramikpassion, ebenfalls am Piano erstaunliche künstlerische Fähigkeiten geerbt und entwickelt, ebenso ihr Bruder Ulf als Orgelbauer und Posaunist. Am Sonnabend, 22. Februar 2020, 20 Uhr, gastiert Ulrike Hausmann im Pianosalon Coselpalais mit einem Swing- und Boogie-Woogie-Programm. Gert hätte sich gefreut.

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Fahrer mit Goliath-Dreirad bei der Auslieferung in der Blasewitzer Hochuferstraße, um 1930. Foto: Dr. Georg Jäkel

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