Editorial Juli 2020

Wenn sich die Füchse in der Dresdner Heide »Gute Nacht« sagen, herrscht auf dem Weißen Hirsch noch längst keine Funkstille: Sogar Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen reiste mit ihrem E-Bike zum »Politischen Nachtgebet« an, das die dortige evangelische Kirchgemeinde im Juni dem Thema »Klimawandel – Zeit zum Handeln« widmete. Die lebhafte Diskussion signalisierte u. a., dass die Dresdner Klimaschutzstrategie nicht nur Verwaltungsvorhaben, sondern bürgerschaftliches Anliegen ist.

Holger Friebel

Wir widmen diese Ausgabe dem Thema »Natur« mit Blick auf die Pflanzen- und Tierwelt als Basis für unser Leben, als Wert und Herausforderung.

Viren kommen und gehen, der rücksichtslose Umgang der Menschen mit der Natur bleibt. Und die Natur reagiert – unbequeme Pflanzen und Tiere werden eingeschleppt, alteingessene Arten sterben aus. Handeln ist für Jeden möglich und nötig – im eigenen Garten oder dem Blumentopf auf dem Balkon. Müllvermeidung, Gewässer- und Naturschutz sind auch Privatsache – z. B. als Baumpaten für den Waldfriedhof (siehe Seite 9).

Wertschätzung für die Natur an die nachfolgenden Generationen zu vermitteln, ist auch Anliegen von Antje Benekens Naturcamp (siehe Seite 8). Stadt und Land sollten dabei mit gutem Beispiel vorangehen. Es ist jedoch unbegreiflich, dass in Privatgrundstücken immer noch Bäume bis zu einem Meter Stammumfang genehmigungsfrei gefällt werden dürfen.

Und mehr noch (Zitat dresden.de):
»Vom Schutz ausgenommen sind Obstbäume, Pappeln, Birken, Baumweiden, abgestorbene Bäume, Nadelgehölze«.

Sieht da jemand »den Baum vor Wäldern« nicht? – Bäume, Hecken, Gebüsche und sogar Totholz sind Schattenspender, Lebens- und Erlebnisräume, Sauerstoff, Frucht- und Rohstofflieferanten, aber eben nicht nur für uns, sondern für viele Arten.

Für uns sind Bäume auch noch kunst- und identitätsstiftend – oder einfach: Romantisch. Aber auch die Landwirtschaft muss sich verändern und wieder mehr Platz für Nester schaffen. Es kann nicht sein, dass noch mehr Vögel in die Stadt umziehen müssen – wo die Füchse schon sind…

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Fahrer mit Goliath-Dreirad bei der Auslieferung in der Blasewitzer Hochuferstraße, um 1930. Foto: Dr. Georg Jäkel

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