Buch Dresden 1951 – 2006

Für einen Wochenmarkt in Schönfeld

Die Ortschaft Schönfeld-Weißig hat in den vergangenen 30 Jahren bekanntlich erhebliche infrastrukturelle Veränderungen erlebt. Fast in jedem Ortsteil entstanden Baugebiete mit neuen Wohnstandorten, dem ein Zuzug von neuen Nachbarn aus dem Stadtinneren oder von weiter her folgte. Auch die Schullandschaft veränderte sich und der ÖPNV wurde z. B. um den Hochlandexpress erweitert. Manches ist noch im Werden.

So wurde ein umfangreiches Straßenbauprogramm in Angriff genommen, das noch lange nicht vollständig umgesetzt ist. Hier und da gilt es, weiterhin einen Bedarf zu decken, zumal sich diese Entwicklung nicht überall gleich vollzieht.
Im Zuge der genannten Veränderungen hat Weißig eine lokale Dominanz gewonnen. Mit dem Einkaufszentrum in der Prießnitzaue konzentriert sich der Einzelhandel nun auf dieses Gewerbegebiet an der Peripherie. Nur in Gönnsdorf gibt es einen kleinen Supermarkt, in dem man u.a. Gemüse bekommen kann. Hier und da finden sich noch ein Bäcker oder auch mal eine Fleischerei, aber in den Ortsteilen Borsberg, Cunnersdorf, Eichbusch, Helfenberg, Krieschendorf, Malschendorf, Reitzendorf, Rockau, Rosinendörfchen, Rossendorf und Zaschendorf haben wir keine Einkaufsmöglichkeiten für Waren des täglichen Bedarfs mehr. Insgesamt zeichnet sich für das Schönfelder Hochland ein Bild ab, das eher mit dem ländlichen Raum vergleichbar ist als mit dem einer Landeshauptstadt.
Mit dem Hochlandfest im Sommer und dem Weihnachtsmarkt im Dezember ist die Tradition von Jahrmärkten in Schönfeld bereits erfolgreich wieder aufgegriffen worden. Diese Feste werden von den Bürgern der Region gut angenommen und erfreuen sich nicht nur dort großer Beliebtheit. Die zentrale Lage des Dorfkerns und seine gute Busanbindung bieten günstige Voraussetzungen für einen Markt mit Lebensmitteln aus der Region, der – wie z. B. auf dem Weißen Hirsch oder auf dem Schillerplatz – ein- oder zweimal in der Woche stattfinden kann. Die notwendige Versorgung mit elektrischem Strom ist vorhanden und auch das Parkplatzproblem ließe sich sicher lösen. Immerhin würde der Verkehr nach Weißig oder in die Innenstadt (Stichwort: Blaues Wunder) etwas entlastet. Das Gewerbegebiet in Weißig wird geringe Einnahmeverluste sicherlich verschmerzen können, wohingegen Schönfeld und seine nähere Umgebung an Lebensqualität hinzugewinnen. Warum sollte das, was andernorts bereits gut funktioniert, nicht auch bei uns möglich sein?
Schaut man sich die Übersichtskarte der Landeshauptstadt Dresden (Themenstadtplan auf Dresden.de unter dem Suchwort »Wochenmärkte«) an, fällt sofort ins Auge, welcher Bedarf im Dresdner Osten besteht. Ein Wochenmarkt im Schönfelder Hochland wäre eine Bereicherung für die ganze Region. Ob dieser über die Stadtverwaltung organisiert wird, die bislang immer einen externen Anbieter mit der Ausrichtung beauftragt hat, oder man etwas ganz Eigenes entwickelt, mögen die zuständigen Stellen entscheiden. Am Ende zählt das Ergebnis.
Bei aller Objektivität und Sachlichkeit in Verwaltung und Stadtentwicklung sollten wir die Menschen nicht vergessen. Ein attraktives Wohnumfeld trägt schließlich maßgeblich zum sozialen Zusammenhalt bei. Schon immer waren Märkte auch Orte der Kommunikation und der Begegnung. Die Krönung meiner Vorstellung von diesem Projekt ist darum ein mobiles Café oder z. B. ein Eisstand zwischen allen anderen frischen Angeboten. Wann treffen wir uns also auf dem Wochenmarkt in Schönfeld? Ich freue mich schon darauf!

Christoph Braun, Helfenberg

PS: Eine entsprechende E-Petition auf Dresden.de wird in den nächsten Tagen auf den Weg gebracht.

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