Buch Dresden 1951 – 2006

Geburtstags-Ode für Heidemarie Dreßel

Wir erinnern und gratulieren der Plastikerin (und studierten Architektin) Heidemarie Dreßel, die am Wachwitzer Elbhang am 18. Juli ihren 70. Geburtstag feiern kann.

Heidemarie Dreßel Foto: Strehlow

Heidemarie Dreßel
Foto: Strehlow

Geburtsagsode von Angela Hampel

Rechts der Elbe, Stadt voraus,
breitet sich der Elbhang aus.
Eingebettet in Ranunkeln
sieht man hier den Geist hell funkeln –
Ist doch dieser stille Ort
schon seit alters her ein Hort
all des Wahren, Schönen, Guten.

Unten laut die Dampfer tuten.

Kommt wer aus den niedren Spähren:
huldvoll läßt man ihn gewähren.
Denn auch ohne Leinen, Loden
wandelt man auf heil’gem Boden –
hier, wo sich Glanz mit Feingeist paart
zu einer ganz besondren Art.
Ostverwurzelt (oder Westen):

Hier versammeln sich die Besten.

Emsig häkeln, emsig stricken
sie an Dresdner Kunstgeschicken.
Manchen Neffen, manche Nichte
streift der Atem der Geschichte –
auch den hehren Weltenbürger.
Und von Gin und Blauem Würger
steigt ein feiner, nobler Duft.

Kunstgeschwängert ist die Luft

Und so steigt man hoch und höher,
kommt der Spitze langsam nöher.
Dünne ist die Luft hier oben –
so dem niedren Dunst enthoben,
dem Trivialen und Gemeinen.
Heller hier die Monde scheinen,
denn das Gute wohnet hier.

Voller Andacht stehen wir!

Und mit letzter, schwacher Kraft
haben wir es nun geschafft.
Vor uns liegt die letzte Kehre
unten tutet jetzt die Fähre –
Himmelsharfen, Sphärenklänge,
ganz elysische Gesänge
dringen hier aus Eisentüllen.

Wässerchen die Becken füllen.

Hier im Garten unterm Weine
steht nicht nur der Guten eine –
(die gibt’s jetzt wie Sand am Meer –
ach, wo kommen die bloß her?)
Ganz heroben steht die BESTE,
Krönung aller Elbhangfeste
Unsre heißen Herzen beben:

Hoch soll unsre HEIDI leben!

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