Konzert und Lesung mit Aeham Ahmad: „Und die Vögel werden singen“

Am Sonntag, 29. April 2018, Kirche Maria am Wasser: Musikalisch-literarischer Abend mit Aeham Ahmad (Syrien, Klavier und Gesang) und Babett Kuschel (Lesung)

Aeham Ahmad – Der Pianist und Sänger der Brücken schlägt

Ihm gelingt der musikalische Brückenschlag zwischen Morgen- und Abendland: Die Rede ist von Aeham Ahmad, 28-jähriger Pianist und Sänger, der durch sein Klavierspiel und seinen begleitenden Gesang in mitten der Trümmer von Jarmuk international bekannt wurde. Jarmuk ist ein Stadtteil von Damaskus, der seit mehreren Generationen palästinensischen Flüchtlingen ein Zuhause bietet und seit längerem im Visier des IS steht. Dort wurde 1988 Aeham Ahmad geboren, dessen blinder Vater früh die musikalische Begabung des Sohnes erkannte und förderte. Aeham wurde von Kindheit an mit der westlichen Musik von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Frederic Chopin, aber auch mit Jazz und orientalischen Rhythmen konfrontiert. „Musik berührt Menschen,“ sagt Aeham Ahmad und entschloss sich seinerzeit unter Lebensgefahr mit seinem Klavier auf einem Wasserwagen in den Straßen von Jarmuk zu spielen. Ein wenig Lebensfreude, Hoffnung und Zuversicht schenkte er vor allem den Kindern und Jugendlichen von Jarmuk, deren Alltag von Unsicherheit und Ungewissheit geprägt war und ist.

Aeham Ahmad, Foto: Niraz Saied

Aeham Ahmad begann im Alter von fünf Jahren das Klavierspiel. Zunächst am Konservatorium in Damaskus; es folgte von 2006 bis 2011 das Studium an der Musikalischen Fakultät der Barth-Universität im syrischen Homs, die er als einer von 270 ausgewählten Studenten absolvierte. Täglich 7 Stunden Klavierspiel bestimmten den Tagesablauf von Aeham Ahmad, der von einer Karriere als klassischer Pianist träumte. Doch dieser Traum konnte nicht in Erfüllung gehen, da er als Syrischer-Palästinenser den Status eines Staatenlosen hatte und nicht wie seine syrischen Kommilitonen nach Russland, Frankreich oder Deutschland für weiterführende Studien gehen konnte. Aeham Ahmad, verheiratet und Vater zweier Söhne, blieb in Jarmuk und spielte gegen Krieg und Terror.

Nachdem IS-Dschihadisten – für sie ist die klassische Musik des Westens eine Sünde – das Klavier Aeham Ahmads vor seinen Augen anzündeten, reiften Gedanken der Flucht. Wie viele Menschen aus seiner Heimat flüchtete er auf dem Landweg in die Türkei und erreichte per Schlauchboot von der türkischen Küste aus eine kleine griechische Insel. Über die Balkanroute kam Aeham Ahmad im September 2015 Deutschland; seine Familie musste er zurücklassen. Nach der Unterbringung in unterschiedlichen Flüchtlingsunterkünften erreichte er Wiesbaden und spielte mehrfach im Rahmen der Ausstellung „C.V. Intellektuelle Freihandelszone“ im Nassauischen Kunstverein (NKV) in Wiesbaden. Durch diese Auftritte kam er in Kontakt mit der Wiesbadener Event-Agentur Palast Promotion GmbH, die bereits namhafte Künstler wie Paco de Lucia vertrat und künftig das Management von Aeham Ahmad verantwortet, um ihn auf seinem Weg zu seinen persönlichen Zielen zu begleiten.

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Fahrer mit Goliath-Dreirad bei der Auslieferung in der Blasewitzer Hochuferstraße, um 1930. Foto: Dr. Georg Jäkel

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