Wir erinnern…

…an Priscilla Ann Siebert, an Wolfgang und Friedrun Kuhle, Peter Küchler, Matthias Drude, Heide Siegemund und Christian Kirsten

Wir erinnern…

… an die aus England stammende Malerin und Illustratorin Priscilla Ann Siebert (1917 – 2020 / siehe Künstlerbuch II), bis 1971 in Bühlau gewohnt hatte. Sie ist am 12. April kurz vor ihrem 103. Geburtstag als bisherige Seniorin der Dresdner Künstlerschaft gestorben. Sie lebte zuletzt in Dresden-Zschertnitz. Während ihrer regen Ausstellungstätigkeit war sie auch im Leonhardi-Museum und in der »Galerie am Damm« zu sehen. Mancher wird sich noch ihrer Illustrationen in Kinderbüchern und Schülerzeitschriften entsinnen.


Wir erinnern…

… und gratulieren dem in Thüringen gebürtigen und einst in Loschwitz ansässigen Maler- und Bildhauerehepaar Wolfgang Kuhle (zum 85. Geburtstag am 1. Mai) und Friedrun Kuhle (zum 80. Geburtstag am 24. Mai). Für die in den 60er Jahren an der Dresdner Kunsthochschule ausgebildeten Künstler ergaben sich in Dresden zahlreiche pädagogische, organisatorische und künstlerische Betätigungsfelder (für Wolfgang K. insbesondere die künstlerische Leitung der Bildhauerarbeiten an der 1985 wiedererstandenen Semperoper). Das seinerzeitige »politische Klima« veranlasste (oder zwang?) beide 1986 zur Ausreise in die Bundesrepublik, wo sie in München und schließlich in Braunschweig neue und befriedigende Wirkungsmöglichkeiten fanden. Nach der »Wende« kehrten sie an ihren vormaligen Land- und Familiensitz Neuendorf am Oderhaff zurück, von wo aus sie immer noch Kontakte zum weitentfernten Elbhang unterhalten.


Wir erinnern…

… und gratulieren am 10. Mai dem Opern- und Konzertsänger Peter Küchler zum 80. Geburtstag. Dem bodenständigen Künstler – in Tolkewitz geboren, im Dresdner Kreuzchor aufgewachen, als »Nicht-Arbeiterkind« zunächst als Speditionskaufmann ausgebildet, aber später zur Dresdner Musikhochschule »gewechselt« und danach bei den Landesbühnen Sachsen engagiert – wurde er schließlich 1987 Ensemblemitglied der Semperoper Dresden. Das Haus kann ihn bis heute nicht entbehren (mit 80) – nur die Corona-Krise hinderte ihn daran, Ende April wieder in der für ihn maßgeschneiderten Rolle des Ambrogio im Barbier von Sevilla aufzutreten(!). In der »Zwangspause« erholt er sich in seiner Neugrunaer Wohnung (vormals war er lange Jahre in Blasewitz zu Hause) oder in seinem »überelbschen« Loschwitzer Garten, wo er sich mit Gartennachbar und Sängerkollegen Bernd Beyer austauschen kann (der schaffte es immerhin ins Elbhang-Künstlerbuch, wo Peter Küchler – als Loschwitz- Pächter – ebenfalls hineingehört, zumal er seine ersten kirchenmusikalischen Auftritte unter dem späteren Loschwitzer Kantor Prof. Wolfram Steude hatte).


Wir erinnern…

… und gratulieren dem aus Niedersachsen stammenden Musikwissenschaftler und Komponisten Professor Matthias Drude zum 60. Geburtstag am 18. Mai, den er – coronabedingt – wahrscheinlich am stillen Rochwitzer Wohnsitz feiern wird, auch wenn ein repräsentatives Konzert (mit eigenen Werken) im Auditorium »seiner« Hochschule für Kirchenmusik in Blasewitz ein angemessenerer Ort wäre. Diese kleinste Dresdner »Akademie« verdankt ihre öffentliche Wahrnehmung auch seinem engagierten und vielseitigen Wirken (seit 1993) als nunmehriger Professor für Musiktheorie. Die besagte Vielseitigkeit wurde ihm bereits 1993 mit der Verleihung des »Ernst-Fischer-Preises für gehobene Unterhaltungsmusik« bescheinigt (andere Auszeichnungen angesichts honoriger Eigenkompositionen folgten). In diesen Wochen ist er auf neue Weise herausgefordert, wenn er seine Lehrveranstaltungen (u. a. Stimmbildung, Theologie, Musikgeschichte) online realisieren muss. Vielleicht könnte dabei eine weitere Komposition entstehen: »Musik nach dem Prinzip Hoffnung« (so nannte das unlängst Prof. Ekkehard Klemm)…..


Wir erinnern…

… und gratulieen am 26. Mai der aus dem Anhaltischen kommenden, an der Burg Giebichenstein ausgebildeten Grafik-Designerin und Gebrauchsgrafikerin Heide Siegemund zum 80. Geburtstag. Seit 1970 in Blasewitz wohnend, diente sie zunächst dem dortigen Wissenschaftsverlag Theodor Steinkopff (damals bereits »Zulieferer« der immer noch aktuellen Carl Adlers Buchhandlung / s. S. 24) und ab 1976 dem unvergessenen Neumann-Verlag Radebeul viele Jahre als Buchgestalterin. Die offenbar bei »Neumann« vermittelte Nähe und Liebe zum Garten bewog sie schließlich, 1999 gemeinsam mit ihrem Ehemann, Wachwitz zum Wohnsitz zu erwählen – auch der »Elbhang« hat davon nachhaltig profitiert.


»Moderne« Pyramide »Adam und Eva III« von Christian Kirsten;
Foto: C. Kirsten

Wir erinnern…

… und gratulieren dem stets freischaffenden Maler, Grafiker, Bildhauer und fakultativen Puppenspieler Christian Kirsten gleichfalls zum 80. Geburtstag am 30. Mai. Dieses Datum suggeriert ihm – auch in Corona-Zeiten – nicht den »Weltuntergang«, sondern bietet ihm (und vielleicht auch dem Leser) Anlass zur gelegentlichen philosophischen Rückschau auf ein eher zurückgezogenes langes Leben im eigenen bescheidenen Haus an der Loschwitzer (alten) Grundstraße, wo er immer noch künstlerisch tätig ist; angesichts seiner praktizierten Zurückhaltung verzichtete das »Loschwitzbuch« sogar auf den Eintrag seines Namens. Seine Plastiken, (Material-)Bilder und Collagen unterlagen nicht dem Mainstream, sondern sind eher seiner »ökologisch verträglichen asketischen Lebensweise« (so Gunter Ziller) verpflichtet.

Letztere bestimmte auch das von ihm geschaffene Puppentheaterstück »Gartenzeit«, das er zwischen 1985 und 1992 zweimal im Jahr im eigenen Haus einem verständnisvollen Publikum vorführte. Noch größere Resonanz fanden vielleicht seine eigenwilligen und unkonventionellen Weihnachtspyramiden – eigentlich mobile Plastiken –, die er nicht nur bei »Eisermanns« am Körnerplatz, sondern auch im erzgebirgsnahen Chemnitz gut verkaufen konnte.

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