Raffael in der europäischen Kulturlandschaft – und derzeit in Dresden

Aus dem Blasewitzer Tännicht kommt dazu eine bibliophile Besonderheit.

Ausstellungsansicht „Raffael – Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Wirkung“, Gemäldegalerie Alte Meister;
Im vormaligen „Gobelinsaal“ der Sempergalerie sind die Raffaelschen Tapisserien, ergänzt durch zwei Leihgaben aus Paris, eindrucksvoll zu erleben. Foto: SKD, Alexander Peitz

Sonderausstellungen im Semperbau des Dresdner Zwingers haben in der Regel nicht nur eine lokale, sondern auch eine europäische Dimension. Die seit dem 5. Mai in der Gemäldegalerie „Alte Meister“ zu erlebende Exposition „Raffael – Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Wirkung“ offeriert in diesem Sinne zusätzlich einen lokalen „Link“ nach Blasewitz. Dort residiert am westlichen Rand des Blasewitzer Waldparkes an der Händelallee/Ecke Goetheallee der seit 1990 bestehende Dresdner Sandstein Verlag (damals als bürgerschaftliche Initialzündung in einem Striesener Hinterhaus entstanden), der nicht nur Kunstliebhabern bekannt sein dürfte.

Die jüngste Edition des Sandstein Verlages – herausgegeben von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden – ist der oben genannten Raffael-Ausstellung gewidmet; als Kuratoren fungierten Stephan Koja und Larissa Mohr (beide SKD). Dieser großformatige, in Leinen gebundene und reich ausgestattete Ausstellungskatalog – mit 25 Kapiteln auf über 300 Seiten – ist eine bibliophile Kostbarkeit. Der in Blasewitz präsente Sandstein Verlag dokumentiert und demonstriert hier seine Leistungsfähigkeit.

Der Blasewitzer Waldpark wird auf diese Weise gleichsam zum kunstliterarischen Standort erhoben, auch wenn er den meisten Dresdnern vorzugsweise als – derzeit von Trockenheit bedrohter – stadtnaher Landschaftspark, geschützter Biotop und Grundwasserreservoir bewusst ist.

Insofern erscheint es angemessen, dass im Raffael-Jahr 2020 im vorliegenden Umwelt-Themenheft des Elbhang-Kuriers auch der Name des genialen Italieners zitiert wird, dessen Todestag (6. April) sich kürzlich zum 500. Male jährte – „wir erinnern“ hiermit an ihn. Die kostbaren Raffaelschen Gobelins, die mit der besagten Ausstellung wieder ins öffentliche Dresdner Bewusstsein zurückgekehrt sind, repräsentieren auf ihre Weise ein weitgefasstes Empfinden für unsere auch kunsthistorisch geprägte Umwelt, in der ebenfalls Raffaels „Sixtina“ zu Hause ist (einige Zeitgenossen Raffaels meinten sogar, dass der große Meister die Fähigkeit besaß, „die Natur zu übertreffen“ …).

Wenn die derzeitige Ausstellung vom November 2020 bis zum März 2021 in Dresdens Partnerstadt Columbus (USA) zu sehen sein wird, darf das wohl auch als ein Zeichen unseres (Um-)Weltbewusstseins, unserer Weltsicht gedeutet werden.

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Fahrer mit Goliath-Dreirad bei der Auslieferung in der Blasewitzer Hochuferstraße, um 1930. Foto: Dr. Georg Jäkel

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