Buch Dresden 1951 – 2006

Editorial November 2023

Man kann doch nicht alles verbieten, werden einige Leser denken, wenn sie Pro & Kontra zu Christmas Garden lesen. Gäste, die diese Lichtshow besuchen, bemerken nicht das Ausmaß der Belästigungen für die Anwohner, die wochenlang damit leben müssen, und die Umwelt. Daher ist es legitim zu hinterfragen, ob Pillnitz der richtige Ort für das Event ist.

Jürgen Frohse

Wenn die Schloss- und Parkverwaltung in Pillnitz Gesprächswünsche der aufgebrachten Anwohner ablehnt, ist eine Petition an den Landtag eine Möglichkeit, Demokratie einzufordern (S. 10).
Die Markierung der Radwege auf dem Blauen Wunder wurde erneut verschoben, das Wetter mache es nicht möglich. Gleichzeitig wurde aber die Radwegmarkierung auf der Grundstraße ausgeführt. Ein Lehrer in meiner Berufsschule akzeptierte kuriose Ausreden, wenn man mal zu spät kam. Da war die Bahnschranke unten, obwohl es weit und breit keinen Zug gab. Dass Markierungsarbeiten wegen des Wetters um ein halbes Jahr verschoben werden müssen – diese Ausrede wäre bei ihm durchgefallen. Es gibt offensichtlich eine starke Auto-Lobby, die diese Radwege auf die »lange Bank schieben« will.
Der Treidelpfad an der Elbe droht durch Hochwasser oder Bewuchs zuzuwuchern. Er liegt in Schutzzonen für Landschaft, Flora und Fauna. Offiziell geht daher sehr wenig. Der Wachwitzer Michael Dilger fragte nicht viel und machte es mit Beharrlichkeit wett. Über viele Jahre säuberte er den Weg und zerstörte dabei keine Naturräume. Jetzt wird er vom Männernetzwerk Dresden unterstützt (S. 14).
Dass jemand sein ganzes Leben in einem Haus verbrachte, wird immer seltener. Der Bühlauer Christian Thiele wohnt seit 86 Jahren im ehemaligen Rathaus, in dem seine Eltern die Gastronomie betrieben. Er hat viel zu erzählen (S. 28).

Veröffentlicht unter Artikel aus der Print-Ausgabe