Denkanstoß Lingner-Mausoleum … und ein literarischer Brückenschlag nach Paris

Inspiration Lingnerschloss: Eine Buchneuerscheinung und ein Literaturpreis

„Lingner Mausoleum“, Thelem, 2016

„Lingner Mausoleum“, Thelem, 2016

Der Geburtstag Karl August Lingners (1861-1916) am 21. Dezember ist ein Anlass, die Impulse wahrzunehmen, die immer wieder vom Dresdner Lingnerschloss und vom dort residierenden Förderverein ausgehen. Im Dresdner „w.e.b. Universitätsverlag und Buchhandel Eckard Richter & Co.“ erschien in diesem Jahr die 96-seitige Publikation „Lingner-Mausoleum / Zur Baugeschichte und denkmalgerechten Restaurierung“ (ISBN 978-3-945363-43-0).

Neben den herausgebenden Architekten Prof. Olaf Lauströer und Tanja Scheffler kommen darin auch die Georg-Kolbe-Forscherin Dr. Ursel Berger, der Lingnerbiograf Walter A. Büchi und der vormalige Dresdner Kulturbürgermeister Dr. Ralf Lunau zu Wort. Das Anliegen der Herausgeber und Mitautoren war es, das 1916-21 zu Füßen des Lingnerschlosses errichtete Lingner-Mausoleum – 1945 aufgebrochen und in den Folgejahren verfallend und beinahe zum Mythos geworden – dem Vergessen zu entreißen.

Das war umso unerlässlicher, als an seiner Errichtung neben Lingners Vermächtnis (und seine Vision von einem „Mausoleum in Arkadien“) auch der berühmte Architekt und zeitweilige Dresdner Stadtbaurat Hans Poelzig (1869 – 1936) und der damals „erfolgreichste deutsche Bildhauer seiner Generation“ Georg Kolbe (1877 – 1947) beteiligt waren.

In diesem geistigen und gestalterischen Umfeld entstand ein Bauwerk, das in Dresden (und wohl auch in Sachsen) seinesgleichen sucht – als ein „architektonisch und künstlerisch bemerkenswertes Bauwerk der frühen Weimarer Republik in Dresden“. Neben aufschlussreichen bebilderten Hintergrundgeschichten enthält das Buch eine detailreiche Dokumentation der Erhaltungsmaßnahmen in den Jahren 2010 – 2012, und der Leser bekommt eine Vorstellung von den verantwortungsvoll gemeisterten diffizilen Arbeiten der Restauratoren und der hilfreichen Begleitung durch den Förderverein Lingnerschloss e.V.

Eine weitere (französisch-deutsche) Buchneuerscheinung

Der Lingnersche (Welt-)Geist schwebte nicht nur über der vorgenannten Mausoleums-Restaurierung. Am 10. November blickte das von Robert Sterl geschaffene Karl-August-Lingner-Porträt im vormaligen Speisezimmer des Hauses auf eine illustre Versammlung.

Im Beisein des aus Berlin gekommenen Botschafters der Republik Frankreich (und weiterer Persönlichkeiten) überreichte Brigitte Schubert-Oustry (Blasewitz/Paris) den von ihr gestifteten (völkerverbindenden) Literaturpreis „Hommage à la France“ an den jungen französischen Schriftsteller und Kulturredakteur Antoine Leiris für sein ins Deutsche übersetztes Buch „Meinen Hass bekommt ihr nicht!“ (ISBN 978-3-7645-0602-5).

Seine Frau starb vor einem Jahr beim terroristischen Anschlag im Pariser Konzerthaus „Le Bataclan“ (siehe auch ELBHANG KURIER November 2016 [exklusiv online]).

Mit großer Wahrscheinlichkeit hat ebenfalls K. A. Lingner während seiner Pariser Musik-Studienjahre dieses traditionsreiche Haus besucht. So war an diesem Abend im Lingnerschloss auch etwas vom zeitenüberdauernden Wirken des vormaligen Hausherrn zu spüren. — Am Tag der Preisverleihung widmete sich übrigens das renommierte ZEIT-Magazin ebenfalls dem vorjährigen Pariser Bataclan-Geschehen — Duplizität der Ereignisse.

Berichtigung

Im ELBHANG KURIER November 2016, Seite 3, wurde der Literaturpreis versehentlich als „Literpreis“ angekündigt.

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Fahrer mit Goliath-Dreirad bei der Auslieferung in der Blasewitzer Hochuferstraße, um 1930. Foto: Dr. Georg Jäkel

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